Blutegeltherapie

Diese wunderbaren „kleinen Schlangen“ wie sie auch heißen, existieren auf unserer Erde bereits seit 450 Millionen Jahren. Sie werden bei akuten und chronischen Erkrankungen gleichermaßen erfolgreich eingesetzt. 

Was geschieht, wenn die Egel loslegen?

Direkt nach dem Biss gibt der Egel kontinuierlich über seinen Speichel ein Sekret ab, welches entzündungshemmend, schmerzlindernd, blutverdünnend und gerinnungshemmend wirkt. Der Lymphfluss wird angeregt und es kommt zu einem örtlichen Aderlass, welcher stark entstauend wirkt. Daher gehört diese Therapie auch zu den Ausleitverfahren. Die vom Körper nicht abgebauten Stoffwechselendprodukte wie beispielsweise Entzündungsstoffe, Bakterien, Viren, überschüssige Salze, und Harnstoff werden an Ort und Stelle ausgeleitet. Dies regt die körpereigenen Regenerationsprozesse im Tier an.

 

Es befinden sich zwischen 30 und 100 Substanzen im Speichel des Egels, von deren Wirksamkeit bisher nur etwas mehr als 10 erforscht sind. Man kann den Speichel also mit einem „Wirkstoffcocktail“ vergleichen. Seit vielen Jahren ist die Blutegeltherapie Gegenstand der moderner Forschung, welche längst belegt hat, dass die Heilwirkung dieser Therapie keinesfalls auf mittelalterlichem Aberglauben beruht.

 

Die Blutegeltherapie kann sehr gut begleitend mit anderen therapeutischen Maßnahmen eingesetzt werden. Oft kann eine monatelange Schmerzfreiheit erreicht werden, so dass die Medikation reduziert oder sogar ganz entfallen kann.

[Finjas erste Blutegelbehandlung]

Wie reagieren die Hunde auf den Blutegel?

In der Regel akzeptieren Hunde den Blutegelbiss und die Behandlung ohne Abwehrreaktionen. Sie entspannen sich und dösen bei der Behandlung ruhig vor sich hin.

 

Nach der Behandlung sollte bitte darauf geachtet werden, dass sich Ihr Tier nicht an der Bissstelle leckt oder kratzt und somit weder Krusten noch Schorf entfernt werden. Ruhige Spaziergänge sind möglich, aber auf anstrengendes Training oderSport sollte erst einmal verzichtet werden.

Bei welchen Erkrankungen können die Egel Hilfe leisten?

  • Bandscheibenvorfälle, Nervenreizungen- und entzündungen
  • akute oder chronische Entzündungen des gesamten Bewegungsapparates (Arthritis, Arthrose, Spondylose, Cauda-equina-Kompresions-Syndrom)
  • Hüft- und Ellenbogengelenkdysplasie
  • Bänder- und Muskelfaserrisse
  • Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen 
  • Schleimbeutelentzündung
  • rheumatische Erkrankungen
  • Vestibularsyndrom
  • Rückenmarksinfarkt
  • Blutergüsse, Abszesse, Hämorrhoiden
  • schlecht heilende Wunden auch nach Operationen
  • verschiedenste Hauterkrankungen (Hot Spots, etc)
  • auch nach Amputationen am Stumpf
  • Zahn- und Kiefererkrankungen

und viele weitere, bitte sprechen Sie mich an.

Mit bestimmte Substanzen muss vor der Behandlung pausiert werden, beispielsweise:

  • Spot Ons wie Frontline, Advantage, sowie Flohhalsbänder etc.
  • Parasitenabwehrmittel wie Bravecto, NexGard, Simparica, Credelio die in regelmäßigen Abständen verabreicht werden
  • bei der regelmäßigen Gabe von blutverdünnenden oder gerinnungshemmenden Medikamenten (Nach Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt.)
  • bei der regelmäßigen Gabe von Schmerzmitteln oder Kortisonpräparaten
  • vor der Behandlung sollten Hunde weder gebadet noch mit Duftstoffen behandelt werden 

Blutegel sind lebende Tiere, trotzdem gelten sie in der Praxis als Medizinprodukt, deshalb werden sie nur einmal therapeutisch in ihrem Leben wirksam. Nur so läßt sich verhindern das Krankheiten von einem Patienten auf einen anderen übertragen werden. 

Ein später wiederholter Einsatz eines bereits zuvor verwendeten Egels ist nach Rechtsprechung von 2006 ausdrücklich untersagt, dies gilt auch für den Einsatz am Tier.

 

Bitte haben Sie daher Verständnis, dass ich Ihnen keine Egel nach der Behandlung aushändigen werde.